Bringe mit deiner Unterzeichnung die europäische Kommission unter Druck damit sie die Mitteilung" Aufbau eines nachhaltigen Lebensmittelsystems" veröffentlicht

Im April 2013 kündigte die europäische Kommission an die Mitteilung zum "Aufbau eines nachhaltigen Lebensmittelsystems" bis Ende 2013 oder spätestens bis Anfang des Jahres 2014 zu veröffentlichen. Zur Erstellung dieser Mitteilung hat die Kommission erhebliche Mittel  eingesetzt und drei ihrer Kommissare (DG AGRI, DG ENVI und DG SANCO) haben der finalen Fassung zugestimmt. Außerdem fand im letzten Jahr ein reger Informationsaustausch mit der Öffentlichkeit statt.

 

Es geht in der Mitteilung hauptsächlich um das Thema der Lebensmittelverschwendung. Dieses Problem wurde von der europäischen Union bis jetzt noch kaum angegangen und steht auf ökonomischer, umweltpolitischer, sozialer und ethnischer Sicht konträr zu den Idealen der EU. Besonders die Herangehensweise des Dokuments ist hervorzugheben, da das Lebensmittelsystem im Ganzen betrachtet wird und dabei auch Fragen der Lebensmittel Nachhaltigkeit aufgeworfen werden. Somit können diese Ideen als Grundlage für eine Entwicklung  hin zu einer einheitlichen europäischen Lebensmittelpolitik und einer(m) nachhaltigen Lebensmittelproduktion / Verbrauch genutzt werden.

 

Der Lebensmittelsektor trägt stark zur Umweltbelastung bei.

Die Treibhausgasemissionen werden weltweit zu einem erheblichen Teil durch den Lebensmittelsektor verursacht. Um den Klimawandel abzuschwächen ist es von größter Wichtigkeit, dass die Europäische Union eine klare und langfristige Strategie in Bezug auf einen nachhaltigen Lebensmittel Verbrauch und eine  ebenso nachhaltige Lebensmittelproduktion entwickelt. Die letzten schockierenden Nachrichten über den schnellen Anstieg Kohlendioxids in der Atmosphäre[1] haben uns nachmals vor Augen geführt dass wir jetzt handeln müssen. 

 

Die Vereinten Nationen haben erkannt dass die Landwirtschafts- und Lebensmittelproduktion und deren Verbrauch (besonders tierische Produkte) einer der Haupt Einfluss Faktoren für die Umweltbelastung, den Klimawandel, den Wasserverbrauch, die Lebensraumveränderung und die Luftverschmutzung darstellt.

 

Die Menschen wollen eine nachhaltige Lebensmittelpolitik

Eine jüngst von Eurobarometer durchgeführte Befragung ergab, dass 95% aller Europäer es als persönlich wichtig ansieht die Umwelt zu schützten, über die Hälfte ist mit der aktuellen Umweltpolitik der Europäischen Union unzufrieden und fast ein Viertel ist besorgt darüber wie sich r Verbrauch auf die Umwelt auswirkt. In der letzten Zeit werden sich immer mehr Bürger, Wissenschaftler, Firmen, Organisationen und Entscheidungsträger bewusst dass das aktuelle Lebensmittelsystem nicht nachhaltig ist und daher ein Wechsel von Herstellung zum Verbrauch stattfinden muss.  Dies bedeutet die oftmals nicht nachhaltige Lebensmittelproduktion zu verändern, die Gründe herauszufinden warum so viele Lebensmittel verschwendet werden (in der EU schätzt man die Lebensmittelverschwendung auf 89 Millionen Tonnen pro Jahr, umgerechnet sind das 180kg je Einwohner) und neue, die Vielfalt der Natur schützende, Herstellungsweisen (gilt im Besonderen für den Agrarsektor) anzuwenden. Ergänzend dazu  müssen die Nahrungsmittelketten verkürzt werden und  sich ebenso die Verbraucher Gewohnheiten in Bezug auf Lebensmittel ändern. Hierzu gibt es keine andere Wahl, müssen wir doch die 8 Milliarden Menschen im Jahre 2030 mit nachhaltig ernähren. 

 

 

Eine Gruppe von gewählten Repräsentanten ist gerade dabei die Mitteilung zum "nachhaltigen Lebensmittelsystem" umzusetzen

 

Verschiedene Mitglieder des europäischen Parlaments haben sich mit dem Ziel sich für den Schutz der Gesundheit und der Umwelt einsetzten zu einer Interessengruppe zusammengeschlossen. In der Ansicht der Gruppe ist die Mitteilung zum "nachhaltigen Lebensmittelsystem" ein wichtiger Schritt vorwärts um die verschiedenen Aspekte von nachhaltiger Lebensmittelherstellung anzugehen. Die Mitteilung stützt sich auf eine holistische Herangehensweise, so wird eine Verbindung zwischen der Lebensmittelverschwendung, der Benutzung von Pestiziden, dem exzessive Fleischkonsum und dem Schaden die diese Praktiken auf die Umwelt und auf die menschliche Gesundheit verursachen,  gezogen. Für die Mitglieder der Gruppe ist es sehr wichtig, dass die Europäische Kommission aufzeigt wie sie durch eine kohärente (verständliche) Politik die Aufgabe eines nachhaltigen Lebensmittelsystems angehen möchte. Ganz konkret ist die Frage wie die Öffentlichkeit, durch Informationskampagnen für das Thema des Schutzes der Artenvielfalt und die entscheidende Rolle, die kleine Produzenten in diesem Zusammenhang spielen, sensibilisiert werden kann.  Solche Kampagnen sollten auch über nachhaltige Ernährung in Verbindung mit weniger Fleischkonsum und eine geringere Einnahme von Fett und Zucker informieren. In diesem Zusammenhang sollte auf die soziale Verantwortung des Verbrauchers eingegangen werden, so sind klare Verbraucherinformationen über die Herkunft und die Herstellungsmethode eines Produktes unumgänglich um eine gesteigerte artgerechte Tierhaltung zu gewährleisten. 

 

Verschiedene Parlamentarier haben kürzlich einen gemeinsamen Brief an die Europäische Kommission geschickt indem sie sich für gegen jede weitere Verzögerung bei der Veröffentlichung der Mitteilung aussprechen. (der Link zum Brief wird mitgeschickt).

Die Parlamentarier der Grünen/EFA Fraktion haben eine mündliche Anfrage bei der Kommission eigereicht (in Verbindung mit mündlichen Anfragen am 24. September im ENVI-Ausschuss) mit dem Ziel die Gründe für die noch nicht stattgefundene Adaptation der Initiative zu erfahren. Dies scheint sehr erstaunlich, da sich der dafür zuständige Kommissar (Janez Potočnik) schon vor einiger Zeit bekanntgab, dass die Mitteilung abgeschlossen sei und somit direkt adoptiert werden könnte.

 

Werde Teil der "Food Revolution": Durch dein Engagement wird die Mitteilung für "nachhaltige Lebensmittel" umgesetzt

 Persönlicher Einsatz und antizipative Demokratie sind die Grundbausteine um die europäische Lebensmittelpolitik zu leiten und zu verbessern. In den vergangenen Jahren haben sich, ausgehend von der aktuellen Lebensmittelpolitik, EU-Bürger und zivilgesellschaftliche Gruppen (Grass roots level) dynamisch für die Umsetzung alternativer Methoden engagiert. Vor diesem Hintergrund bildeten sich überall in Europa Projekte.

 

Wenn du Teil eines solchen Projektes bist, dann ist es jetzt an der Zeit der Europäischen Kommission zu zeigen, dass du einer wachsenden Community angehörst, die sich für einen Wechsel hin zu einer nachhaltigeren, gesunderen und faireren Lebensmittelpolitik einsetzt. Du kannst mit deinem Beitrag anschaulichen der Kommission vor Augen führen wie wichtig und dringend die Veröffentlichung die Mitteilung für den "Aufbau eines nachhaltigen europäischen Lebensmittelsystems" ist. Dieser Wunsch spiegelt sich in einer breiten Bürgerbewegung wieder.

 

Werde Teil der "food revolution" um die Bedeutung und Entschlossenheit dieser Bewegung von aktiven Bürgern der europäischen Kommission klarzumachen.  Unterschreibe die Charter und registriere dich online damit du deine Tätigkeiten mit anderen Teilen kannst.

 

Wenn du als Bauer, Fischer, Lebensmittelhändler... ein Projekt leitest, unterstützt oder einfach Teil davon bist, das die Verbesserung des aktuellen Lebensmittelsystems fördert, dann ermöglicht die "Food revolution" Website dies öffentlich darzustellen. 

 

Das Projekt muss nicht riesig oder spektakulär sein. Ein "food Revoluzzer" sollte das Lebensmittelsystem auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene verbessern wollen. Jeder kann Teil beim Wechsel des Lebensmittelsystems werden.

 

Deine Mitwirkung an diesem kollektivem "Aufstand" stellt einen starken Anreiz für die Kommission dar die Mitteilung zu veröffentlichen. Europäischen Entscheidungsträgern und Gesetzgebern ist damit ein Denkanstoß gegeben, damit die europäische Lebensmittelpolitik wirklich nachhaltig wird.

 

Die Veröffentlichung der Mitteilung durch die Kommission zum "Aufbau eines nachhaltigen Lebensmittelsystems" würde einem großen, zukunftsweisenden Schritt  bringen. Engagierte Bürger und Parlamentarier hoffen, dass die Kommission den lauten Ruf nach einer Änderung/ Reformierung des Lebensmittelsystems erhört und folgerichtig die Veröffentlichung nicht weiter verzögert.    

 

 



[1] drastischter Anstieg im Vergleich zu den letzten 3 Jahrzehnten